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Das Ehepaar Medina und Ruslan K. verließen Ende Juni 2012 mit ihren fünf Kindern (der jüngste 4, die älteste Tochter 16 Jahre alt) ihren Heimatort Atschchoi-Martan in Tschetschenien, um nach Deutschland zu reisen und dort Asyl zu beantragen. Sie hatten gehört, Deutschland Tschetschenen aufnimmt. Viele Nachbarn und Bekannte hatten sich schon auf den Weg gemacht.

Beispiel einer Unterkunft in einer Aufnahmeeinrichtung (hier: Zirndorf)Medina, Ruslan und die Kinder fuhren mit dem Zug von Grosny nach Moskau, von dort weiter nach Terespol. Anfang Juli beantragten sie an der polnischen Grenze Asyl in Polen, und konnten so nach Polen einreisen. Da sie aber in Polen nicht bleiben wollten, fuhren sie weiter nach Deutschland, ohne die Entscheidung über ihren Asylantrag in Polen abzuwarten.

Mit Hilfe eines polnischen Taxifahrers trafen sie im  August 2012 in Berlin ein. Wieder beantragten sie Asyl. In Berlin durften sie aber nicht bleiben, die deutschen Behörden haben die Familie in eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in einer kleinen Stadt im Nordosten Deutschlands zugewiesen.

Im November 2012 wurden Medina und Ruslan zu einem Gespräch eingeladen. Dort hat ein deutscher Beamter ihnen Fragen zu ihrer Herkunft und zu ihrem Aufenthalt in Polen gestellt. Bald danach erhielten sie einen Brief von der Asylbehörde. Darin stand, dass ihr Asylantrag abgelehnt wird und dass sie nach Polen zurückkehren müssen.

Medina und Ruslan wollten nicht freiwillig nach Polen, deswegen wurde die Familie Mitte Januar 2013 von der deutschen Polizei an die polnische Grenze gefahren und dort von polnischen Beamten übernommen. Ein Richter in Polen hat entschieden, dass sie bis zum Ende ihres Asylverfahrens in Polen in einer geschlossenen Einrichtung, die sie nicht verlassen durften, untergebracht werden.

Nach einem Monat dort wurde auch ihr Asylantrag in Polen abgelehnt. Ende Februar 2013 wurde die ganze Familie nach Terespol zurückgebracht. Sie hatten Zugtickets bekommen und mussten von dort aus nach Russland zurückreisen.